Was tun nach einem Autounfall

Prioritäten setzen am Unfallort

Ein Verkehrsunfall ist niemandem zu wünschen. Neben den psychischen Belastungen und Beeinträchtigungen, kann ein Autounfall auch mit einem hohem Aufwand an Formalitäten verbunden sein. Zunächst einmal hat aber die ausreichende Absicherung des Unfallortes oberste Priorität. Denn die Folge könnte sonst sein, dass sich das Unfallgeschehen auf weitere Beteiligte ausweitet.

Ist dies geschehen, dann hat gegenüber der Erfassung von Sachschäden oder Befragung von Zeugen, die Erstversorgung möglicher verletzter Personen Vorrang. Geeignete Sofortmaßnahmen am Unfallort können gesundheitliche Schäden verringern, Genesungszeiten verkürzen oder gar Dauerschäden verhindern. Sofern diese Erste Hilfe nicht ausreichend ist, muss zusätzlich ein Rettungsdienst bzw. die Polizei verständigt werden.

Folgende einfache und kurze Notrufnummern sollte jeder kennen. Sie gelten Deutschland weit, und es bedarf keiner Ortsvorwahl:

  • 110 - Polizei
  • 112 - Rettungsdienst

Diese Notruf-Nummern sind ausschließlich für ernste Notfälle gedacht. Bei sonstigen Anliegen oder Fragen, gelten die Rufnummern der örtlichen Polizei- oder Rettungsdienst-Stellen.

Wann die Polizei auf jeden Fall informiert werden sollte

  • Wenn es Unfall-Verletzte gibt
  • Bei hohen Sachschäden
  • Wenn sich die Unfallbeteiligten über die Schuldfrage nicht einig werden
  • Bei Fahrerflucht des Unfallgegners
  • Bei Unfallgegnern aus dem Ausland ohne Versicherungsnachweis

Bei Bagatellschäden kann die Klärung des Unfalls auch ohne die Beteiligung der Polizei erfolgen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Unfallgegner über den Unfallhergang einig werden, und sie die Schadensregulierung entweder persönlich übernehmen, oder die Abwicklung an die Versicherungsgesellschaften weiter geben. In diesem Falle sollte die Unfallstelle baldmöglichst wieder geräumt werden, damit der nachfolgende Verkehr nicht länger behindert wird. Zur Orientierung können die Fahrzeugpositionen auf der Fahrbahn mit Kreide markiert werden. Eine solche Kreide sollte sich in jedem handelsüblichen Verbandskasten befinden.

Die Beweissicherung

Bei vielen Verkehrsunfällen wird es so sein, dass die Unfallbeteiligten die (Allein)Schuld nicht auf sich nehmen werden. Deshalb spielt die eigene Beweissicherung eine wichtige Rolle. Denn bei einer möglichen Klärung auf dem Rechtsweg, sind diese Beweise unabdingbar, und können möglicherweise die Unschuld beweisen.

Gegenstand der Beweissicherung:

  • Zeugen
    Auch wenn es leider nicht immer der Fall ist, so sind umstehende Passanten eine wichtige Hilfe zur Klärung des Unfallhergangs. Sinnvoll ist es, sich die Namen und Adressen der Zeugen für eine spätere Befragung durch Polizei und Gericht zu notieren.
  • Fotos
    Fotografien können ebenfalls der Beweissicherung dienen. Denn festgehalten werden können:
    • Übersichtsaufnahmen des Unfallortes, jeweils aus der Richtung der unfallbeteiligten Fahrzeuge. Nachträglich vermessbare Punkte wie: Lichtmasten, Verkehrszeichen, Bäume, Kanaldeckel usw. sollten darauf erkennbar sein
    • Bremsspuren
    • Fahrzeugschäden

Unfallaufnahme - Unfallbericht

Es ist keine Pflicht einen Unfallbericht-Vordruck mitzuführen, geschweige denn ihn zu nutzen. Aber diese Art der Unfalldatenaufnahme hat sich bewährt, da die Ausarbeitung solcher Formulare alle notwendigen Daten die zu erfassen sind enthalten.

» Kfz-Unfallbericht Vordruck

Wichtig ist es, dass dieser Unfallbericht von den Unfallbeteiligten zusammen ausgefüllt wird, damit sich die Unfallparteien sicher sein können, dass alle gemachten Angaben korrekt sind. Jeder Unfallbeteiligte sollte ein Exemplar (ggf. Durchschlag) erhalten.

Keine Schuldanerkenntnis

Wenn ein Schaden nicht ohne die Versicherung reguliert werden kann, sollte grundsätzlich keine Schuld zugegeben oder gar irgendwelche Erklärungen unterschrieben werden, ohne einen Anwalt zu Rate zu ziehen. Denn die eigene Haftpflichtversicherung könnte sonst mögliche Regressansprüche stellen.

In einem unterschriebenen Unfallbericht (nach Standard-Vordrucken) werden lediglich die Daten zum Unfallhergang aufgenommen. Dies bedeutet aber noch lange keine Schuldanerkenntnis. Sollten sich entsprechende Textabschnitte oder Klauseln darauf befinden, ist es ratsam, andere Vordrucke zu verwenden.

Was tun bei Wildunfall

Manche Autounfälle werden nicht durch andere Verkehrsteilnehmer erzeugt, sondern durch Tiere (z.B. bei Walddurchquerungen). Das verletzte oder getötete Tier sollte nicht angefasst, verlegt oder gar mitgenommen werden. Bei einem Wildunfall ist umgehend die Polizei oder das nächstgelegene Forstamt zu benachrichtigen. Das beschädigte Fahrzeug wird in der Regel von einem Gutachter der Versicherung überprüft.

Schadensmeldung bei der Autoversicherung

Egal ob ein Unfallbeteiligter teil- oder vollschuldig ist, der Schaden sollte bei Unstimmigkeiten der Versicherung innerhalb 1 Woche gemeldet werden. Bei schweren Verletztungen oder gar Tötungen, sogar innerhalb von 24 Std. Die Versicherungsgesellschaften haben hierfür 24 Std-Hotline's eingerichtet, die stets erreicht werden können. Ist man selbst der Verursacher eines Unfalls, hat dies natürlich auch Konsequenzen für die Einstufung der Schadensfreiheitsklassen (sofern ein Vertrag keinen sogenannten "Rabattretter" enthält):

» Rückstufungstabelle

Durch umsichtiges Fahren das zukünftige Unfallrisiko minimieren

Auch wenn alle wichtigen Fragen am Unfallort und mit den Autoversicherungen geklärt sind, sollte man zukünftig versuchen, durch umsichtiges Fahren das Unfallrisiko noch weiter zu verringern. Dazu gehört beispielsweise auch, das eigene Auto immer auf dem neuesten Stand zu halten.

» Unfallstatistik von 2010 auf dem Portal KfzVersicherungen.org

Diese Statistik zeigt, dass sehr viele Unfälle auch durch eine unzureichende Bereifung oder andere Mängel am eigenen Fahrzeug entstehen können. Dies führt letztlich unter Umständen sogar dazu, dass man eine Teilschuld an einem Unfall zugeschrieben bekommt, weil man sich nicht richtig um das eigene Fahrzeug kümmert.