Verkehrsrecht

Winterreifenpflicht in Deutschland


Alle Jahre wieder

Es ist nicht immer klar zu erkennen, warum einige Autofahrer bei Winterbeginn bis zum letzten Moment warten, bis sie die Winterreifen aufziehen oder in der Werkstatt montieren lassen. Zum einen könnte es die Bequemlichkeit sein – denn ein selbst durchgeführter Reifenwechsel am Auto erfordert immerhin Zeit und Mühe – bei denen anderen sind es vielleicht die drohenden Kosten die auf einen zukommen, wenn die Winterreifen und Felgen erst noch gekauft werden müssen.

Das böse Erwachen kommt allerdings dann, wenn der erste Schnee in einem nicht unerheblichen Maße fällt, und dazu noch die Routine im Umgang mit schwierigen Wetterbedingungen aufgrund der vorausgegangenen Sommermonate verlorenen gegangen ist.

Ein fehlendes Verantwortungsgefühl nicht nur gegenüber sich selbst sondern auch gegenüber anderen, kann mittlerweile schwerwiegende Konsequenzen haben. Denn seit dem 04.12.2010 tritt eine vom Bundesrat beschlossene Änderung der Strassenverkehrsordnung in Kraft, die festlegt, dass bei schlechter Witterung und den daraus resultierenden ungünstigen Strassenverhältnissen wie:

  • Schneeglätte
  • Eis- und Reifglätte
  • Schneematsch
  • Glatteis

wintertaugliche Reifen gefahren werden müssen.

Wann sollte man Winterreifen aufziehen?

Es bleibt zu wissen, dass es kein gesetzlich festgelegtes Datum gibt, ab wann und bis wann die Winterreifen in einer Wintersaison gefahren werden müssen. Das bedeutet der Autofahrer entscheidet eigenverantwortlich selbst, wann er für den Reifen-/Räderwechsel sorgt. Der übliche Zeitraum für die Winterräder-Montage ist:

  • Ende Oktober / Anfang November bis Anfang oder Ende April

Zu berücksichtigen gilt sicherlich auch der Wohnort und die dort herrschenden klimatischen Bedingungen. So muss zum Beispiel im tiefsten bergigen Bayern über einen längeren Zeitraum mit Schnee und Eis gerechnet werden, wie im wärmsten Eck Deutschlands » im südbadischen Freiburg.

Winterreifen und Ganzjahresreifen

Bei den Reifen die genutzt werden dürfen, darf es sich sowohl um Winterreifen wie auch sogenannte Ganzjahresreifen oder Allwetterreifen handeln. Winterreifen erkennen versierte Autofahrer an der Profilierung. Mit weniger Kenntnissen kann die Wintertauglichkeit anhand der Kennung auf der seitlichen Reifenflanke geprüft werden.

  • Winterreifen sind mit dem M+S Zeichen gekennzeichnet (neuer auch mit einem Schnellflocken-Symbol)
  • Ganzjahresreifen / Allwetterreifen sind teilweise mit dem Schneeflocken-Symbole gekennzeichnet

Zu den Ganzjahresreifen sollte man wissen, dass sie lediglich ein Kompromiss zwischen Winterreifen und Sommerreifen sind, weshalb die Nutzung entsprechende Nachteile mit sich bringt. Immer Sommer sorgt die weichere Gummi-Mischung im Vergleich zum Sommerreifen für einen höheren Verschleiss und Spritverbrauch. Auch kommt er nicht völlig an die Winter-Eigenschaften von Winterreifen heran.

Der Grund warum dennoch einige Autofahrer diese Reifenwahl treffen ist der, dass die zweimal im Jahr anfallende Reifenwechselprozedur zu den Saison-Übergängen eingespart werden kann. Aus preislicher Sicht gibt es keinen Vorteile.

Drohende Bußgelder

Wie bei vielen anderen Verkehrsdelikten auch, werden Autofahrer in der Wintersaison ohne ausreichende Winterausrüstung zur Kasse gebeten.

  • Wer bei winterlichen Wetterverhältnissen ohne Winterreifen fährt, muss mit 40 Euro Bußgeld rechnen
  • Wer hierbei auch noch den Verkehr behindert, muss mit 80 Euro Bußgeld plus 1 Punkt im flensburger Verkehrszentralregister rechnen

Wenn die Versicherung nicht zahlen will

Die Eingangs erwähnte schwere Konsequenz aus der Gesetzesregelung besteht nun darin, dass Autofahrer die sich nicht an die Winterreifenpflicht halten, nicht nur mit möglichen Bußgeldern zu rechnen haben, sondern auch mit einem anteiligen bis völligen Entfallen des Versicherungsschutzes.

Unfallbeteiligte Autofahrer die mit Sommerreifen unterwegs sind, können als Mitverursacher schuldig gesprochen werden, auch wenn der Unfall vom Unfallgegner verschuldet wurde. Ein Gerichtsurteil des Amtsgerichtes in Trier spricht hier klare Worte:

"Wird das mit Sommerreifen ausgestattete, bevorrechtigte KFZ im Winter auf verschneiter Straße behindert und kommt es aufgrund eines Bremsvorganges ins Schleudern, ist eine Mitverursacherquote von 20 Prozent anzunehmen." (AG Trier, AZ: 6 C 220/85)


Von: Autoversicherung-Vergleichen-Online.de
Veröffentlicht am: 25.05.2012 - 17:12 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

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