Kfz Versicherungsrecht

Bei der Kfz-Versicherung erwartet LVM keine höheren Beiträge


Teilweise sind in den letzten Jahren die Preise für eine Autoversicherung doch sehr stark angestiegen. Der Großversicherer LVM  beruhigt nun seine Kunden mit der Aussage, dass die Beiträge stabil bleiben. Bei anderen Versicherern sieht es jedoch nicht so aus. Ende Mai stimmte die HUK Coburg ihre Kunden auf Preiserhöhungen ein.

Der Vorstandsvorsitzende der LVM, Jochen Herwig sagte, „dass derzeit Erhöhungen nicht angedacht seien“ und beruhigte damit die LVM-Kunden, die eine Kfz-Versicherung haben. Die Versicherten waren in letzter Zeit von teilweise beträchtlichen Preiserhöhungen betroffen. Man wollte lang anhaltende Negativbilanzen ausgleichen. Bis an die Unwirtschaftlichkeit unterboten sich lange Zeit die Versicherungen mit ihren Tarifen. Herwig räumte ein, dass die Prämien nicht immer bedarfsgerecht waren. Man rechnet branchenweit mit Verlusten von ca. 1,6 Milliarden Euro. Doch eine Trendwende zeigen die neuesten Zahlen: So weist die LVM eine Schaden-Kosten-Relation mit 94,9% auf. Im Klartext heißt das, aus Beiträgen wurden mehr Gewinne erzielt als für die Schadensregulierung gebraucht wurde.

Die positive Bilanz ist leider nicht brancheneinheitlich. Einen negativen Trend wird bei der HUK Coburg und der Allianz festgestellt. So wurden die Versicherten der HUK Coburg Ende Mai auf steigende Beiträge eingestimmt, weil dieser Versicherer im Gegensatz zur LVM nicht genügend Gewinn aus den Beiträgen erwirtschaften konnte. Bei 104,8% lag die Schaden-Kosten-Relation. Bei der Allianz trat eine Relation von sogar 112% ein.

Der aufmerksame Kunde macht aufgrund der sehr unterschiedlichen Preisentwicklungen der Versicherer immer öfter Gebrauch von einem Kfz-Versicherungswechsel. Dass der Wechselboom in der Kfz-Versicherung sich in letzter Zeit verstärkt hat, bestätigt das Kölner Beratungsinstitut „YouGov“. Zum vergangenen Jahreswechsel haben ca. 1,7 Millionen Versicherte ihren Anbieter gewechselt. Durchschnittlich konnten sie 120 Euro einsparen. In Expertenkreisen ist man sich einig, dass noch mehr Kunden ihren Anbieter wechseln würden, wenn sie besser informiert wären über das unterjährige Wechselrecht. Immer noch selten sind in der Autoversicherung „Schadenfallkündigung“,  sagt Arno Schubach, der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwalt Verein (DAV).

Im Versicherungsjahr 2011 traten viele Hagel- und Sturmschäden auf: An Kraftfahrzeugen, an Solaranlagen und auch an Gebäuden.  Durch eine freiwillige Werkstattbindung habe man steigende Beiträge bei der Kfz-Versicherung auffangen können, sagt der Finanzvorstand Volker G. Heinke. Die Versicherten erhielten dafür jedoch Zusatzleistungen, beispielsweise einen Mietwagen, Hol- und Bringservices.  Die Bundesregierung plant für die Zukunft, den Selbstbehalt im Schadensfall zu besteuern. Darüber ist der Vorstand Herwig besorgt, denn von vielen Kunden wird diese Möglichkeit zur Senkung der Beiträge genutzt.


Von: Stefan Lübker / autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 23.06.2012 - 16:25 Uhr
Kategorie: Kfz Versicherungsrecht

< Eine Autoversicherung kann auch mitten im Jahr gewechselt werden.

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