Verkehrsrecht

Alkoholtester für Frankreich


In Frankreich tritt pünktlich zur Urlaubssaison eine neue Verordnung in Kraft: Jeder Reisende, der seine Ferienzeit in Frankreich mit seinem Auto verbringen möchte, muss seine Checkliste um einen Alkoholtester im Auto ergänzen. In anderen Ländern sind Abschleppseile oder Warnwesten Pflicht. Die Verordnung tritt am 1. Juli 2012 in Kraft. Automobilclubs machen darauf aufmerksam, dass diese Pflicht auch für Transitreisende und Touristen gilt. Außerdem sind  Bus- und LKW-Fahrer sowie Fahrer von Motorrädern eingeschlossen. Auf Einwegtester auf chemischer Basis werden wohl die meisten Fahrer zurückgreifen. Es sind auch Atemalkoholtestgeräte auf elektronischer Basis erlaubt.

Im Fahrzeug müssen die unbenutzten Alkoholtester jederzeit zu erreichen sein, das Handschuhfach wäre dafür am geeignetsten. Günstig wäre es, so der ADAC, das Gerät direkt nach der Frankreich-Einreise zu besorgen, da die Tester nach französischer Norm (NF) zertifiziert sein müssen. Weiter meint der ADAC, dass derartige Tester in Deutschland zurzeit noch nicht im Handel seien, voraussichtlich werde es noch bis Spätsommer dauern. In Frankreich kann man die Geräte an Tankstellen, Apotheken und Supermärkten kaufen. Der Preis liegt zwischen zwei und fünf Euro.

Für die Autofahrer gilt allerdings erst einmal eine Schonfrist: Erst ab November soll ein Bußgeld von ca. 11 Euro fällig werden, sollte man dem Kontrolleur keinen unbenutzten Alkoholtester vorweisen können. Eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille gilt im Straßenverkehr sowohl in Frankreich ebenso wie in Deutschland und diversen weiteren Ländern in Europa.

Die Regierung Frankreichs will mit der neuen Verfügung die Verkehrssicherheit auf ihren Straßen verbessern. In Frankreich sind weitaus mehr Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang als in Deutschland registriert. Meist ist Alkohol die Ursache. Die Regelung ist für diejenigen Autofahrer gedacht, denen unklar ist, ob sie noch fahrtauglich sind. Mit dem Tester können sie vor dem Losfahren ihren Promillewert ermitteln.

Autoclubs kritisieren die Schnelltester-Pflicht. Beim Test von verschiedenen Modellen hat der ADAC festgestellt, dass der tatsächliche Promillewert nur ungenau angegeben wird. So zeigten die Messgeräte bei zehn Testpersonen zumeist etwa 0,5 Promille an, aber Tester der Polizei ermittelten entweder einen höheren oder niedrigeren Wert, so der Automobilclub. Die Schnelltester bestätigen damit dem Nutzer nur, dass er überhaupt Alkohol getrunken hat. Genau das sollte doch aber jeder selbst wissen, sagt Ulrich May, ADAC-Jurist.

Bei einer Urlaubsfahrt ins Ausland sind Alkoholtester nicht das einzige, was anders als in Deutschland im Gepäck sein muss. Der ÖAMT merkt an, dass es in den Ländern Griechenland, im Baltikum und der Türkei Pflicht sei, einen Feuerlöscher im Auto zu haben. Ein Abschleppseil sowie der Europäische Unfallbericht gehört in Serbien zum Zubehör, die Grüne Versicherungskarte ebenso.

Laut ADAC muss in einigen Ländern außerdem eine reflektierende Warnweste im Fahrzeug sein, die bei einer Panne oder Unfall getragen werden muss. Das trifft für Belgien, Frankreich, Kroatien, Norwegen, Italien, Luxemburg, Österreich, Slowenien, Portugal, der Slowakei, Ungarn und Spanien zu. Kann bei einer Kontrolle die Weste nicht vorgezeigt werden, ist mit hohen Strafen zu rechnen, beispielsweise in Portugal bis ca. 600 Euro.

Wer eine Reise ins Ausland plant, sollte sich ohnehin vor Antritt der Fahrt ausführlich über die geltenden Verkehrsregeln kundig machen, die im Transit- und Zielland gelten. Das erspart späteren Ärger. Vor allem gilt das auch für die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. Einige Länder greifen bereits bei nur geringer Überschreitung hart durch. Wer beispielsweise in den Niederlanden nur 20 km/h zu schnell fährt, muss mit über 155 Euro Strafgeld rechnen, in Norwegen gar mit 465 Euro. Außerdem gelten für Führerscheinneulinge in Frankreich über zwei Jahre Tempolimits von 80 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften, auf Schnellstraßen 100 km/h und auf Autobahnen 110 km/h.

Bußgelder aus anderen EU-Ländern können seit 2010 ab einem Betrag von 70 Euro auch in Deutschland kassiert werden.


Von: Stefan Lübker / www.autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 08.07.2012 - 16:08 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

< Fahrprüfung bestanden - aber welche KFZ-Versicherung wählen?

Kommentare

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Christian Scheiter aus Geisenfeld

Dienstag, 25-02-14 11:18

Hallo, vielleicht sollte man solche Regelung auch in Deutschland einführen?

 
 

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