Verkehrsrecht

Teurer Unfalldatenspeicher-Blackbox im Auto


EU Verkehrsrecht/ ADAC. Der Bundestag hat sich entgegen Zeitungsberichten noch nicht damit befasst, ob in neu zugelassenen Fahrzeugen ein Unfalldatenspeicher vorhanden sein muss und welche Voraussetzungen dafür nötig sind.

In Brüssel wird vielmehr darüber diskutiert, welche formalen Voraussetzungen erforderlich sind, um einen derartigen Recorder rechtlich zuzulassen. Da für diese Blackbox erhebliche Kosten anfallen, ist eine verbindliche Ausrüstung aller Neufahrzeuge für den ADAC unverhältnismäßig teuer.

Eine Verhaltensänderung im Straßenverkehr ist durch die Anwesenheit eines Unfalldatenspeichers im privaten Fahrzeug bestimmt nicht zu erwarten. Untersuchungen zu Fahrzeugen, bei denen die Fahrer ständig wechselten, könnten nicht auf Privatfahrzeuge übertragen werden. Außerdem ist die Blackbox nur in der Lage, einige wenige Informationen aufzuzeichnen. Diese können teilweise schon heute auf Steuergeräten des Airbags oder des ABS abgespeichert werden. Nicht erfasst werden die Missachtung einer roten Ampel sowie ein Spurwechsel. Gerade diese Fragen sind bei einem Unfallhergang wichtig. Bei einem unklaren Unfallhergang bleiben ca. 3% derartige Fragen offen.

Würde ein zentraler Fahrzeugdatenspeicher eingeführt, könnten Ordnungsbehörden oder Polizei die Daten bei Fahrzeugkontrollen auswerten und eventuell gegen den Fahrer einsetzen. Das Grundrecht, dass man sich nicht selbst belasten muss, wäre durch die gesetzliche Einführung des Unfalldatenspeichers für den Fahrzeugführer aufgehoben.

Freiwillig kann jedoch schon heute jeder Fahrzeugbesitzer durch den Einbau einer Blackbox solche Daten speichern.


Von: Stefan Lübker / autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 13.09.2012 - 20:52 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

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