Verkehrsrecht

Im Kreisverkehr haben Autofahrer nicht automatisch Vorfahrt


München. Kraftfahrer, die sich im Kreisverkehr befinden, haben automatisch Vorfahrt? Dies ist ein Irrtum. Gültig ist es nur dann, wenn die Zeichen „Vorfahrt gewähren“ und „Kreisverkehr“ an der Einmündung zu dem Kreisel angebracht worden sind.

Das Amtsgericht München hat entschieden (Az.: 343 C 8194/12), dass das Zeichen „Vorfahrt gewähren“ nicht allein genügt. Dies hat die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins mitgeteilt.

Folgender Fall hatte sich zugetragen: In einem Kreisverkehr war auf der mittleren Fahrspur eine Autofahrerin unterwegs. Zur gleichen Zeit fuhr in dem Kreisverkehr ein weiterer Autofahrer auf die Rechtsabbiegespur. Es kam zu einem Zusammenstoß mit der Frau, als sie auf diese Spur wechseln wollte. Die Autofahrerin wollte den entstandenen Schaden ersetzt haben. Das wurde von der Versicherung des Unfallgegners verweigert.

Der Autofahrerin wurde vom Gericht nur ein Schadenersatz von zwei Drittel zugestanden, da im vorliegenden Fall nur das Zeichen „Vorfahrt gewähren“ an der Einmündung zum Kreisverkehr gestanden hatte. Eine absolute Vorfahrt habe daher die Autofahrerin nicht gehabt. Der einfahrende Autofahrer hätte allerdings eine erhöhte Sorgfaltspflicht an den Tag legen müssen. Durch den Spurwechsel treffe die Frau zudem ein Mitverschulden. Grundsätzlich habe sich dabei ein Autofahrer so zu verhalten, dass andere nicht gefährdet werden.


Von: Stefan Lübker / autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 17.12.2012 - 19:40 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

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