Verkehrsrecht

Massenkarambolage und Schadensregulierung


Vor allem auf Autobahnen, wenn die Wetterverhältnisse winterlich und schlecht sind, kommt es oft zu Massenunfällen, wie vor kurzem auf der A 45. Bei diesem schweren Verkehrsunfall waren etwa hundert Fahrzeuge beteiligt. Die Hauptursachen waren mit großer Wahrscheinlichkeit starkes Schneetreiben, verbunden mit Nebel und Blitzeis. Dabei handelt es sich um ein gefährliches Zusammenspiel. Für die Autofahrer bestand kaum die Möglichkeit, diesem Unfall zu entgehen.

Nach einer Massenkarambolage ist die Unfallrekonstruktion sehr schwierig und die Frage steht im Raum, wie der Schadenersatz in diesem Fall funktionieren soll. Auch ist die Abrechnung für die Kfz-Versicherungen problematisch, hat doch selbst die Polizei Ermittlungsschwierigkeiten über den genauen Unfallhergang und –ablauf.

Häufige Fragen stellen sich. Zwei Beispiele: Hat man selbst noch rechtzeitig bremsen können und das nachfolgende Auto hat aufgeschoben? Oder bestand das Fahrzeug vor einem schon als Wrack, als man es rammte?

Bei einer Massenkarambolage wird der größte Teil der Fahrzeuge durch mehrere andere beteiligte Fahrzeuge beschädigt, nicht nur durch eines. Es lässt sich schwerlich nachvollziehen, von welchem Fahrer am Anfang durch falsches Reagieren die Unfallserie ausgelöst wurde.

Die Kfz-Versicherungen haben für diesen Fall einer Massenkarambolage eine Schadensregulierung in vereinfachter Form. Diese Regulierung findet Anwendung bei mindestens fünfzig beteiligten Fahrzeugen. Bereits zwanzig Fahrzeuge reichen bei unübersichtlichen Unfällen aus. Abgerechnet wird der Schaden nach festen Quoten und zwar:

  1. 100 % bei nur einem Schaden am Heck
  2. 25 % bei nur einem Frontschaden
  3. 33 % bei Heck- und Frontschaden

Bei der Quotenregelung gibt es auch Ausnahmen. So haben die festgelegten Prozente laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft keine Gültigkeit für Insassen im Fahrzeug, die nicht Halter oder Fahrer sind. Unter die Quotenregelung fallen also andere, verletzte Mitfahrer nicht. Es soll hier nur entsprechend der tatsächlichen Rechts- und Sachlage reguliert werden. Hier springt die Krankenversicherung des verletzten Betroffenen ein und nicht die Kfz-Versicherung.

Bei einer derartigen gemeinsamen Regulierung soll ein Schadenfreiheitsrabatt der Kfz-Versicherung unberührt bleiben. Es handelt sich hierbei schließlich um eine pauschale Schadensberechnung. Dem Versicherungsnehmer kann ein Verschulden am Unfall nicht nachgewiesen werden.

Es ist jedoch keine Pflicht, an solch einer vereinfachten und gemeinsamen Regulierungsaktion teilzunehmen. Der Versicherte hat immer noch die Möglichkeit zu ermitteln, welches der oder die konkreten Schädiger waren. Wenn das gelingt, können eventuell direkt höhere Ansprüche gestellt werden.


Von: Stefan Lübker / autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 29.03.2013 - 13:38 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

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