Kfz Versicherungsrecht

Kfz-Versicherer wollen Beiträge neu berechnen


Vorsichtige Fahrer müssen in Kfz-Versicherungen weniger einzahlen, das ist bekannt. Nun hat der US-Versicherungskonzern AIG vor, dieses Prinzip zu verfeinern, indem per Chip Daten über die Fahrweise im Sekundentakt übermittelt werden und zwar über das Handynetz. Derartige Tarife gibt es in den USA schon bei Mitbewerbern. Die Versicherer in Deutschland bewerten diese Vorgehensweise skeptisch und die Daten- und Verbraucherschützer erst recht.

Dem „Handelsblatt“ gegenüber äußerte der Kooperationspartner Vodafone, dass das Konzept bereits in einem Vierteljahr weltweit präsentiert und angeboten werden soll. Bei den Versicherten, die einen derartigen Tarif besitzen, sollen in ihren Fahrzeugen Geräte für die Datenerhebung über Fahrweise, Ort und Uhrzeit platziert werden. Die Geräte verfügen über Chips, ähnlich den Handys.

Satte Rabatte in den USA

Versicherer in Großbritannien sollen festgestellt haben, dass für die Schadensbegleichung der finanzielle Aufwand durch ein derartiges System um 30 % absinken könnte. Einfach deshalb, weil die Kraftfahrer wissen, dass sie unter Beobachtung stehen und aus diesem Grund ihr Fahrverhalten anpassen. Entsprechende Tarife würden in den USA von den Versicherern State Farm und Progressive bereits angeboten. Bis zu50% Rabatt könnten vorsichtige Verkehrsteilnehmer erhalten.

Der Mitarbeiter der Unternehmensberatung Towers Watson, Frank Sommerfeld, sagte gegenüber dem „Handelsblatt“, dass er ähnliche Preisnachlässe auch in Deutschland für denkbar halte. Allerdings gibt es in Deutschland ein niedrigeres Beitragsniveau als andernorts. Die Abschläge würden daher geringer ausfallen. Demnach ist das Beratungsunternehmen bei dem Vorhaben ebenfalls Projektpartner.

Allerdings sind die Versicherer in Deutschland skeptisch, ob die Bewertung der Fahrweise durch ein derartiges System verbessert werden kann. Huk Coburg, bei PKW-Versicherungen Marktführer, wird in der Zeitung zitiert: „Fraglich ist, ob Telematik das verbessern kann.“ Abwarten will auch Axa. Bislang ist es üblich, dass die Beitragshöhe für die Autoversicherung von den Versicherern abhängig vom Alter des Fahrzeughalters, seinem Wohnort und vom Fahrzeugtyp bestimmt wird.

Verbraucherschützer warnen

Vor Datenschutzproblemen, die auftauchen könnten, warnte Peter Schaar (Bundesdatenschutzbeauftragter). Laut gesetzlicher Grundlage müssen Kraftfahrer genaue Kenntnis über die zu ermittelnden Daten erhalten. Ein weiteres Problem ist, dass Fahrer und Fahrzeughalter nicht in jedem Fall identisch sind, so Schaar im „Handelsblatt“. Letztendlich bedeutet dies, dass der jeweilige Kraftfahrer eine Belehrung darüber erhalten müsse. Außerdem betonen Verbraucherschützer, dass ein abruptes Bremsen nicht automatisch ein Indiz für riskante Fahrweise sei.


Von: Stefan Lübker / autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 26.05.2013 - 19:36 Uhr
Kategorie: Kfz Versicherungsrecht

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