Kfz Versicherungsrecht

KFZ-Versicherung: Umfangreichere Leistungen


Vielen KFZ-Besitzern ist vielleicht nicht bekannt, dass ihre KFZ-Versicherung umfangreichere Leistungen anbietet. So werden besonders durch die KFZ-Haftpflichtversicherung die Autofahrer vor erheblichen Kosten geschützt. Ein Autounfall kann zum Beispiel enorme finanzielle Forderungen auslösen. Zusätzliche Leistungen bietet die Kaskoversicherung an. Ein ganz aktuelles Urteil zeigt den weitreichenden Schutz einer KFZ-Versicherung.

Eine KFZ-Haftpflichtversicherung ist dafür da, finanzielle Leistungen bei allen Schadensersatzforderungen an den Fahrzeughalter zu gewähren, beispielsweise nach einem Unfall. Darüber hinaus übernimmt die Kaskoversicherung Schäden am eigenen Fahrzeug, die zum Beispiel nach einem Unwetter entstanden sind. Bei einer Vollkaskoversicherung werden Reparaturkosen am eigenen Fahrzeug erstattet, selbst wenn der Fahrer den Unfall selbst verursacht hat. Unfälle im Straßenverkehr passieren schnell: Entweder durch Fahrlässigkeit, Unachtsamkeit oder schlechtem Wetter. Liegt allerdings eine grobe Fahrlässigkeit vor, sind Leistungskürzungen möglich. Allerdings ist das nicht der Fall, wenn durch ein Navigationsgerät der Fahrer abgelenkt worden ist. Ein aktuelles Urteil bestätigt dies (Az.: 1 0 785/13).

Vor dem Landgericht in Osnabrück wurde ein aktueller Fall eines KFZ-Halters verhandelt. Er fuhr einen Mietwagen und wurde durch eine Sprachmeldung abgelenkt, die das Navigationsgerät von sich gab. Dadurch verursachte er einen Unfall mit einem Schaden von 15.000 Euro. Das Gericht kam zu der Auffassung, dass in diesem Fall von der Kaskoversicherung der Schaden zu übernehmen sei, denn es sei keine grobe Fahrlässigkeit, das Navigationsgerät anzusehen.

Auch bei Schäden, die mitfahrende Kinder verursachen, greift die Kraftfahrzeugversicherung. In anderen Urteilen wird bestätigt, dass die KFZ-Versicherung umfassendere Leistungen übernimmt, als den meisten Fahrzeughaltern bewusst ist, nicht nur dann, wenn vom Fahrer der Schaden selbst verursacht wurde. Wenn beim Aussteigen ein mitfahrendes Kind ein anderes Auto beschädigt (Lackschaden), dann hat man Anspruch auf Leistungen der KFZ-Versicherung. Denn bei dem Schaden handelt es sich um eine Verletzung der Aufsichtspflicht. Wird hingegen von einem erwachsenen Mitfahrer ein Schaden in ähnlicher Weise verursacht, dann fallen die entstandenen Kosten an dessen private Haftpflichtversicherung.

Im Winter: Leistungen der KFZ-Versicherung. Wie steht es mit es Winterreifenpflicht? Sind keine Winterreifen aufgezogen, ist ein Bußgeld von 60 Euro fällig. Sonst müssen sich die Kraftfahrer um ihren Versicherungsschutz nicht sorgen. Auch wenn mit Sommerreifen bei schlechten Wetterbedingungen ein Unfall geschieht, greift die Kraftfahrzeugversicherung. Doch Achtung: Nur für die Kraftfahrzeug-Haftpflicht ist das gültig. Hat sich jemand mit Vollkasko vor Schäden am eigenen Fahrzeug durch Unfall geschützt, sollte immer die richtige Bereifung vorhanden sein. Denn wenn vor Fahrtantritt für den Fahrer ersichtlich ist, dass Sommerreifen unangebracht für sicheres Fahren sind, kann bei einem Schaden der Versicherer die Leistungen anteilig mindern.


Von: Stefan Lübker / autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 03.08.2014 - 14:43 Uhr
Kategorie: Kfz Versicherungsrecht

< Zahlen muss die KFZ-Versicherung, auch wenn im gestohlenen Fahrzeug die Papiere lagen

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