Kfz Versicherungsrecht

Kfz-Versicherungen: Bei Rückstufungen große Unterschiede


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Viele Kraftfahrer befürchten in der Schadenfreiheitsklasse Rückstufungen, denn die Kfz-Versicherung wird dadurch teurer. Aber längst stufen nach einem Unfall nicht alle Versicherer gleich zurück.

Die Zeitschrift „Finanztest“ Nr. 11/2016 zeigt in einem Vergleich von 159 Tarifen bei 72 Anbietern auf, dass bei einigen Policen nur zwei Freiheitsklassen zurückgestuft wurde und bei anderen Policen gleich zehn Stufen abwärts. Außerdem wird von einigen Anbietern der günstigere Basis-Tarif stärker zurückgestuft als in Premium- oder Komforttarifen.

Deshalb wird von Experten empfohlen, bei der Auswahl der Kfz-Versicherung die Rückstufungstabellen zu beachten. Denn sehr teuer kann eine starke Rückstufung werden: Weil der Jahresbeitrag dadurch ansteigt, dauert es umso länger, bis der Kraftfahrer wieder in eine günstigere Schadensfreiheitsklasse kommt. Die Kosten können über Jahre Tausende Euro und mehr betragen. Mit einem Rabattschutz kann man sich jedoch dagegen absichern. Laut „Finanztest“ kostet er aber zum jährlichen Police-Beitrag  20 bis 25 % Aufschlag zusätzlich.

Bei Bagatellschäden kann es sich auch lohnen, wenn man den Schaden zurückkauft. Das ist auch noch möglich, nachdem ein Schaden von der Versicherung reguliert worden ist. Den Angaben zufolge beträgt die Frist der Kostenübernahme etwa ein halbes Jahr.

Der Test zeigt auch: Generell lohnt sich immer ein Vergleichen. Zum Beispiel eine Studentin aus Heidelberg, 20 Jahre, mit der Schadenfreiheitsklasse 2. Demnach zahlte sie im günstigsten Tarif 700,-- Euro und fast 1700,-- Euro im teuersten für eine Kfz-Haftpflicht einschließlich Teilkasko. Die Leistungen waren gleich. Ein weiterer Modellkunde, 40 Jahre und Angestellter aus Düsseldorf mit einer Schadenfreiheitsklasse 15, zahlte bei Vollkasko und günstigstem Tarif: 460,-- Euro; im teuersten Tarif waren 1140,-- Euro fällig.

Laut Experten bergen Werkstatttarife Sparpotenzial. Das bedeutet: Kraftfahrer müssen bei Kaskoschäden solche Werkstätten aufsuchen, die eine Kooperation mit der Versicherung eingegangen sind. Diese Tarife seien dafür häufig ca. 20 % günstiger. Für einen Wechsel des Tarifs sollte der 30. November als Stichtag nicht vergessen werden. In der Regel enden die Versicherungen zum Jahreswechsel und müssen spätestens zu diesem Termin gekündigt sein. Auch ein telefonisches Kündigungsvorhaben könnte sich lohnen. Manchmal wird dann vom Anbieter eine Vergünstigung oder Rabatt angeboten.


Von: Stefan Lübker
Veröffentlicht am: 07.11.2016 - 18:40 Uhr
Kategorie: Kfz Versicherungsrecht

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