Verkehrsrecht

Führerscheinprüfung: Wie hoch ist die vorgeschriebene Anzahl der Fahrstunden?


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Für eine Führerscheinprüfung sind teure Fahrstunden erforderlich. Die Versuchung ist groß, bei der Anmeldung zur Führerscheinprüfung möglichst wenige Stunden anzugeben. Geht das aber auch?

Die Anzahl der Stunden für die Theorie und Praxis hängt grundsätzlich davon ab, welche Führerscheinklasse gewählt wird. Der Anwalt für Verkehrsrecht Markus Matzkeit sagt, dass für einen Pkw- Führerschein, statistisch gesehen in den häufigsten Fällen, in der Theorie mindestens 14 Doppelstunden vorgeschrieben sind: zwölf allgemeine Sitzungen und zwei klassenspezifische.

Matzkeit ergänzt, dass sich in der Praxis aus dem Gesetz heraus eine Anzahl von 14 Fahrstunden ergeben hat, die als Mindestzahl gilt. Für die zunächst vorgesehene Grundausbildung ist keine Mindestdauer definiert – theoretisch könnte sie nur eine Fahrstunde betragen. Für Sonderfahrten gibt es allerdings Vorgaben. Auf der Landstraße muss der Fahrschüler mindestens fünf Fahrten, auf der Autobahn vier und in der Nacht drei absolvieren.

Sind diese Fahrten abgeleistet, erfolgt laut Gesetz eine Prüfungsvorbereitung. Hier ist ebenfalls nicht definiert, wie viele Mindestfahrstunden erforderlich sind. Wieder könnte theoretisch mit einer Stunde alles erreicht werden, so der Rechtsanwalt. Durch addieren erhält man 14 Fahrstunden, die Mindestzahl, die gefordert ist.

Doch die Realität sieht anders aus. Verkehrserfahrung bringen die wenigsten Fahrschülerinnen und -schüler mit. Im Pkw müssen viele Verhaltensweisen erlernt werden, der praktische Unterricht benötigt hier mehr Zeit.

Seit 1996 ist Markus Matzkeit Rechtsanwalt. Seine eigene Kanzlei eröffnete er 1999 in Wülfrath. Er ist Mitglied der AG Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein und Vertrauensanwalt des Automobilclubs von Deutschland (AvD).

Die Entscheidung zur Prüfungsanmeldung trifft im idealen Fall der Fahrschüler zusammen mit dem Fahrlehrer. Der Fahrlehrer entscheidet allerdings im Zweifelsfall, sagt Matzkeit. Denn er ist verantwortlich für die Ausbildung. Nur wenn er von seinem Fahrschüler überzeugt ist, dass er sicher und verantwortungsvoll handelt, einen “sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Verkehrsteilnehmer“ (lt.Gesetz) vor sich zu haben, darf er ihn zur Prüfung anmelden.

Durchaus komme es vor, dass Ausbilder und Fahrschüler diesbezüglich unterschiedlicher Meinung sind, so Matzkeit. Hier sollte aber der Fahrschüler dem Fahrlehrer mit dessen Urteil und Erfahrung vertrauen. Von vielen Fahrschulen wird vorab ein Testlauf zur theoretischen Prüfung ihren Schülern angeboten, damit sie ihr erworbenes Wissen überprüfen können. Ebenso kann eine prüfungsnahe Autofahrt zur realistischen Beurteilung seines Könnens hinter dem Steuer beitragen. Man sollte unbedingt die Fahrschule gut aussuchen und nicht nur „gutgemeinten“ Ratschlägen von Freunden folgen, so Matzkeit.

Bei knappem Budget sollte man außerdem Übungsstunden auf einem Verkehrsübungsplatz nutzen. Wenn ein erfahrener Fahrer die Bedienung des Fahrzeugs sowie Parken oder Rangieren zeigt, kann man obendrein Fahrstunden sparen.


Von: Stefan Lübker - autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 21.02.2018 - 12:10 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

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