Verkehrsrecht

Mit AppDrive -Tarif die Fahrweise analysieren


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Eine neue digitale Technik ermöglicht per Sensor die Analyse von Fahrstil und Bremsverhalten der Kraftfahrer. Diese „AppDrive“ genannte Technik wird von Signal Iduna angeboten. Beim Tarif winken Rabatte entsprechend des jeweiligen Fahrstils. Es läuft bereits ein Pilotversuch.

Der Vorstandsvorsitzende des Assekuranzkonzerns Signal Iduna, Ulrich Leitermann sagt, dass in den kommenden Jahren die Versicherer mit Wettbewerbern der „digitalen Welt“ rechnen müssen. Google beispielsweise verfügt bereits über riesige Bestände an Nutzerdaten und könnte dadurch den Versicherern spezifische Angebote für Versicherungsleistungen machen.

Simplere Angebote wie beispielsweise KFZ- Versicherungen lassen sich zwar bei Signal Iduna bereits online wahrnehmen, aber für den größeren Teil des Geschäfts wird weiter auf den Außendienst gesetzt. Leitermann ist nicht der Ansicht, dass das Internet in dieser Branche ein großer Erfolgsschlager wäre.

Dennoch würden die Digitalisierungsmöglichkeiten für den Verkauf genutzt, wenn auch mäßig. Seit Oktober 2014 gibt es einen Pilotversuch, bei dem 100 junge Kraftfahrer den sogenannten AppDrive-Tarif erhalten haben. Mit Hilfe eines im Fahrzeug installierten Sensors kann die Fahrweise, Kurvengeschwindigkeit, Beschleunigung und das Bremsverhalten analysiert werden. An dem Ergebnis dieser Daten, die Auswertung ist auch auf dem Smartphone ersichtlich, wird von AppDrive ein Tarifrabatt berechnet, vorausgesetzt bei einem vorsichtigem Fahrstil. Es findet aber keine Ortung statt.

In der Gruppe sind die Einnahmen an Beiträgen im letzten Geschäftsjahr um 2,2 % auf 5,7 Milliarden Euro angestiegen. Voraussichtlich habe sich damit Signal Iduna etwas besser als die Branche entwickelt, sagte Leitermann. Er gehe auch davon aus, dass mindestens bis 2020 die Niedrigzinsphase anhält. Die Versicherungswirtschaft ist davon stark belastet.

Auch deshalb hat im Oktober 2014 das Unternehmen ein Sparprogramm verkündet. Ab 2018 will man die Kosten um 140 Millionen Euro senken, im Gegensatz zu heute. Außerdem sollen bis zu 1400 von den ca. 8500 Arbeitsplätzen im Innendienst abgebaut werden. Das soll sozialverträglich geschehen, aber Details könnten noch nicht genannt werden, sagte Leitermann. Derzeit werde das Programm mit den Mitbestimmungsgremien verhandelt.

Es sei vorgesehen, in den Hauptverwaltungsstandorten Dortmund (2500 Beschäftigte) und in Hamburg (3500 Beschäftigte) ungefähr 700 Stellen zu streichen. In den bisherigen flächenmäßigen Vertriebsdirektionen sollen ebenso viele Stellen gestrichen werden. Strukturell soll sich mit den zwei Hauptverwaltungsstandorten nichts ändern. Der Konzern will außerdem bis 2018 etwa 100 Millionen Euro in die Digitalisierung und die Qualifizierung der Mitarbeiter investieren.

Die Bundesregierung wurde von Leitermann aufgefordert, die private Altersvorsorge verstärkt zu fördern, denn das jetzige Niedrigzinsniveau ist nicht mehr lukrativ. Die Regierungen seien schließlich die Hauptprofiteure des niedrigen Zinssatzes. Der Staatshaushalt wird damit um hohe Milliardenbeträge entlastet.

 


Von: Stefan Lübker / autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 06.04.2015 - 12:46 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

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