Verkehrsrecht

Probezeitbeginn bei US-Fahranfängern in Deutschland


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In den USA nutzen deutsche Austauschschüler oft die Möglichkeit, den Führerschein dort kostengünstiger zu erwerben. Die zweijährige Probezeit beginnt in Deutschland schon mit der Erlaubnis zum begleiteten Fahren, in den USA jedoch erst nach der Erteilung der endgültigen Fahrerlaubnis. Das entschied das Münsteraner Oberverwaltungsgericht (OVG) in einem Beschluss vom Donnerstag, 18. August 2016 (Az: 10 L 1070/16).

In Alabama, wie auch in mehreren US-Bundesstaaten, kann man die Erlaubnis zum begleiteten Fahren mit einem Erwachsenen bereits nach Bestehen einer theoretischen Prüfung erhalten. Das bietet die Möglichkeit zu Fahrübungen. Die in Deutschland üblichen Fahrschulkosten sind damit entbehrlich. Die US-Fahranfänger erhalten dann nach einer praktischen Prüfung den richtigen Führerschein. Dieser berechtigt auch zum Fahren ohne Begleitperson.

Ein 1997 geborener Jugendlicher erhielt in den USA am 13. Aug. 2013 die Erlaubnis zum begleiteten Fahren, die endgültige Fahrerlaubnis dann am 5. März 2014.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland fuhr er außerorts 40 Kilometer zu schnell und wurde am 13. Feb. 2016 geblitzt.

Daraufhin forderten ihn die Behörden zu einer Teilnahme an einem Aufbauseminar auf. Bei schweren Verkehrsverstößen innerhalb der 2-jährigen Probezeit ist das nach deutschem Recht möglich. Zudem kann die Probezeit auf bis zu vier Jahre verlängert werden.

Der Fahranfänger klagte dagegen mit der Begründung, dass seine Probezeit schon längst vorbei gewesen sei, denn er habe in den USA bereits ab 13. August 2013 begleitet fahren dürfen.

Das OVG Münster entschied in einem Eilverfahren, dass dabei jedoch der richtige US-Führerschein maßgeblich sei. Ein „Begleitetes Fahren mit 17“ wie in Deutschland ließ das OVG nicht gelten. Wenn dieses zwar auf die Probezeit angerechnet werde, so seien doch Fahrschul – Fahrstunden  und eine abschließende praktische Prüfung erforderlich.

Der Jugendliche hatte in Alabama dagegen lediglich eine theoretische Prüfung abzulegen, um begleitet fahren zu dürfen. Soweit der Beschluss des OVG vom 15. August 2916.

 

 


Von: Stefan Lübker - Autoversicherung-vergleichen-online.de
Veröffentlicht am: 18.09.2016 - 12:11 Uhr
Kategorie: Verkehrsrecht

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