Kfz Kaskoversicherung

Für was werden die Kaskoversicherungen benötigt

Gegenüber der Kfz Haftpflichtversicherung, mit der ja die Schäden bei einem selbstverschuldeten (oder teilverschuldeten) für den Unfallgegner abgesichert sind, werden mit den Kaskoversicherungen die eigenen Fahrzeugschäden gedeckt. Hierbei handelt es sich um keine Pflichtversicherung. Es ist dem Fahrzeughalter selbst überlassen, ob er diese "Zusatzversicherung" wählt. Hier muss man anhand des Fahrzeuges und im Hinblick auf die Versicherungsprämien abwägen, ob sich Teilkasko- und Vollkasko lohnt.

Keine Frage ist dies zum Beispiel bei Neuwagen in den ersten 2-3 Jahren, oder selbst im fortschreitenden Alter bei Fahrzeugen mit noch hohem Wert (z.B. Sportwagen oder Luxuskarossen). Durch die Kaskoversicherungen werden gedeckt:

  • Unfallschäden
  • Fahrzeugentwendung
  • Zerstörung (je nach Art der Umstände)

Grundsätzlich aber wird unterschieden zwischen Teilkaskoversicherung und Vollkaskoversicherung.

Die Teilkaskoversicherung

Eine Teilkaskoversicherung kann die ideale Ergänzung zur Kfz-Haftpflichtversicherung sein. Diese Schäden werden gedeckt:

  • Fahrzeugdiebstahl, bzw. Fahrzeugaufbruch und Entwendungen aus dem Innenraum
  • Schäden durch Naturgewalten (Sturm, Hagel usw.)
  • Wildunfälle ("Haarwild" laut BJagdG)
  • Marderschäden
  • Glasschäden
  • Fahrzeugbrände, Elektro-Schäden

ACHTUNG: Die exakten Versicherungs-Bestandteile können je nach Versicherungsgesellschaft unterschiedlich ausfallen. Je nach Gesellschaft oder Tarif können "erweiterte" Bedingungen gelten, die eventuell auch mit höheren Versicherungsprämien verbunden sind.

Der Berechnung der Versicherungsprämie liegen die Typenklassen-Einstufungen und die Regionalklassen zugrunde, und rechnen sich immer mit 100%. Denn hier gibt es keine Schadensfreiheits-Einstufung. Um die Beiträgssätze etwas variabel zu gestalten, werden hier zwischenzeitlich wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung persönliche und fahrzeugspezifische Umstände berücksichtigt (z.B. Jahres-Laufleistung).

Mit variablen Selbstbeteiligungs-Stufen, lassen sich die Beiträgssätze der Teilkaskoversicherung individuell anpassen.

Vollkaskoversicherung

Auch die Kfz-Vollkaskoversicherung ist keine Pflichtversicherung. Wie die Teilkaskoversicherung deckt diese nur Schäden am eigenen Fahrzeug ab, und ist in der Regel inclusive der Teilkaskoversicherung. Letzteres profitiert dann auch vom Schadenfreiheitsrabatt der Vollkaskoversicherung. Werden nur Schäden im Bereich der Teilkaskoversicherung angezeigt, entsteht keine Rückstufung in den Schadenfreiheitsklasse der Vollkaskoversicherung.

Welche Schäden sind abgesichert:

  • Selbstverschuldete Fahrunfälle
  • Bei unverschuldeten Unfällen: Wenn der Unfallgegner unerkannt Fahrerflucht begeht oder zahlungsunfähig ist, sowie wenn die Unfallgegner oder Schadensverursacher nicht haftbar ist
  • Schäden bei Vandalismus

Für die Berechnung der anfallenden Versicherungsprämien, liegen der Schadenfreiheitsrabatt, die Regionalklassen- und Typenklassen-Einstufung, sowie eine eventuelle Selbstbeteiligung zugrunde.

Was muss der Versicherungsnehmer im Falle eines Schadens unternehmen:

  • Ein Schaden muss innerhalb 7 Tage gegenüber der Versicherungsgesellschaft angezeigt werden
  • Eine rechtswidrige Fahrzeugführung führt zum Verlust des Versicherungsschutzes
  • Ein verkehrrechtswidriger Zustand des Fahrzeuges kann zu einem anteiligen oder gar vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes führen
  • Es muss eine wahrheitsgemäße Unfallhergangs-Schilderung gemacht werden
  • Schadensminderungs-Pflicht

Wann lohnt sich eine Vollkaskoversicherung, bzw. ab wann nicht mehr?

Diese Frage muss sich letztendlich jeder selbst beantworten. Es kommt letztendlich auf das Zusammenspiel von Fahrzeug-Zeitwert an, Höhe der Versicherungsprämien (wer noch in einer sehr kleinen SF-Klasse steckt und dementsprechend hohe Versicherungsprämien bezahlt, für den ist ein früherer Ausstieg aus der Vollkasko evtl. empfehlenswert), auf die eigene wirtschaftliche Situation (kann ein selbstverschuldeter Schaden ohne Vollkasko-Absicherung leicht verkraftet werden?).

Ein weiterer Aspekt könnte sein: solange das Fahrzeug unter der Obhut eines Leasing- oder Finanzierungsvertragsverhältnissen steht, sollte eine Vollkaskoversicherung möglichst lange erhalten bleiben. Denn käme es zu einem Totalschaden/Totalverlust, und es besteht keine Volldeckung, dann würde die Finanzierung weiterlaufen und es käme wohl zu einer weiteren Verbindlichkeit in Form einer zweiten Finanzierung für das Folgefahrzeug, auf das man angewiesen ist. Diese Doppelbelastung oder Mehrbelastung bei Umschuldung, muss erst verkraftet werden können.

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