Schadenfreiheitsrabatt

Rabatt-System nach schadensfreien Jahren

Im Rahmen der KFZ-Versicherung wird ein Schadenfreiheitsrabatt getrennt nach Fahrzeughaftpflicht- und Vollkaskoversicherung eingeräumt. Für die Teilkaskoversicherung gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt. Angerechnet werden in diesen Rabattsystemen schadensfreie Jahre. Dafür gibt es in den jeweiligen Tarifbestimmungen der Versicherer klare Bedingungen. Der gewährte Schadenfreiheitsrabatt wird den auf das Führerscheinalter des Fahrzeughalters berechnet und sind beim Fahrzeugverkauf nicht auf den Käufer übertragbar. Im günstigsten Fall sorgt ein Schadenfreiheitsrabatt dafür, dass nach achtzehn Jahren unfallfreien Fahrens nur noch 30 Prozent des Regelbeitrages zur Versicherung gezahlt werden müssen.

Fahranfänger zahlen deutlich mehr

Besondere Regelungen gibt es für Führerscheinneulinge. Diese bezahlen in der Regel deutlich mehr als den Regelversicherungssatz. Fahranfänger starten mit einem Schadenfreiheitsrabatt von 240 Prozent. Besitzen sie den Führerschein jedoch mindestens seit drei Jahren können sie auch mit 120 Prozent einsteigen. Schadenfreiheitsrabatte werden immer zum Jahresende festgelegt und gelten dann meist für ein Jahr sofern man schadensfrei bleibt. In den Schadensfreiheitsklassen 1/2 bis 25 schwinden die Versicherungsbeiträge von 120 Prozent bis auf 30 Prozent.

Somit lohnt es sich durchaus seinen Schadensverlauf in der Kraftfahrtversicherung nach Möglichkeit sauber zu halten. Jeder gemeldete und von der Versicherung übernommene Schaden führt zu einer Rückstufung im Schadensfreiheitrabatt. So kann es sich durchaus lohnen geringe materielle Schäden aus der eigenen Tasche zu zahlen um die Stufe des Schadenfreiheitsrabattes zu sichern. Rechnen lohnt sich gerade bei kleineren Schäden und kann dauerhaft größere Ersparnisse bei den Versicherungsprämien bewirken.

SF-Klassen Tabelle

» Schadensfreiheitsklassen

Das Gegenstück zur SF-Klassen-Tabelle im Schadensfall, ist die sogenannte:

» Rückstufungstabelle

Stichtag 30.06. für eine Rückstufung im Folgejahr

Es ist für die Rückstufung beim Schadenfreiheitsrabatt im Folgejahr auch relevant, WANN der Versicherungsvertrag begonnen wurde. Nach aller Regel berücksichtigen die Versicherungsgesellschaften hier den Stichtag 30.06. eines Jahres. Wer seine Versicherung nach diesem Datum beantragt, wird im Folgejahr mit dem gleichen Schadenfreiheitsrabatt weiterfahren, wie im vorausgehenden Jahr (ein schadensfreies Versicherungsjahr, wird vorausgesetzt).

Übertragung des Schadenfreiheitsrabattes

Normalerweise ist der Schadenfreiheitsrabatt an eine bestimmte Person und an einen bestimmten Vertrag gebunden. Unter besonderen Umständen ist eine Übertragung der Schadenfreiheitsrabatte jedoch möglich. Bei vielen Versicherungsgesellschaften ist die Übertragung von einem Vertrag auf einen anderen Vertrag möglich. Dazu muss der Versicherungsnehmer seinen Schadenfreiheitsrabatt schriftlich abtreten. Allerdings werden keine Prozente abgetreten sondern schadenfreie Jahre. Die Abtretung funktioniert bei den meisten Gesellschaften auch nur unter Verwandten 1. Grades oder in häuslicher Gemeinschaft lebenden Personen wenn der neue Versicherungsnehmer selbst das versicherte Fahrzeug gefahren ist.

Meist wird diese Regelung für Führerscheinneulinge in Familien genutzt und der Wagen des Führerscheinneulings als Zweitwagen versichert. Allerdings gelten bei vielen Versicherern für Zweitwagen nicht die gleichen Bedingungen wie für das Erstfahrzeug des Versicherungsnehmers. Hier sollte man sich in jedem Fall gut beraten lassen und in aller Ruhe Vergleiche anstellen. Bei der Versicherung eines Zweitfahrzeuges wird grundsätzlich mit der Schadensfreiheitsklasse 1/2 (120 Prozent des Regelbeitrages) gestartet.

Der sogenannte Rabattretter

Es gibt mittlerweile immer mehr Versicherungsgesellschaften, die einen Rabattretter meist in Verbindung eines etwas teureren Tarifes anbieten. Dieser soll die Rückstufung in eine (unter Umständen) teurere SF-Klasse nach einem selbstverschuldeten Verkehrsunfall verhindern (wie die Rückstufung im Schadensfall aussehen würde, ist in den jeweiligen Kfz-Versicherungsbedingungen nachzulesen).

Es hat sich bei diesem System durchgesetzt, dass sich der Versicherungsnehmer bis zu 3 selbstverschuldete Verkehrsunfälle ohne Rückstufung "leisten" kann. Wobei es selbstverständlich kein Ansporn sein soll, sich deshalb unachtsamer im Strassenverkehr aufzuhalten. Allerdings gibt es für die Versicherungsgesellschaften nach dem 3ten anerkannten Schaden, ein ausserordentliches Kündigungsrecht.

HINWEIS: Bei einem Versicherungswechsel wird oder kann es passieren, dass die neue Versicherungsgesellschaft (sofern verursachte Schäden bestanden haben, die sich nicht auf eine Rückstufung auswirken) die "geretteten" schadensfreien Jahre aus der Vorversicherung, nicht anerkennt und auch nicht muss. Somit kann ein "gemeinter" Vorteil eines Versicherungswechsels, unter Umständen egalisiert werden. Im schlechtesten Fall werden die Versicherungsprämien dann vielleicht sogar teurer.

Kann der Schadenfreiheitsrabatt verfallen?

Abweichende Regelungen bestehen bei einer Unterbrechung des Versicherungsschutzes. Auch hier lohnt es sich durchaus zu prüfen, ob eine Aufgabe einer Versicherung in jedem Fall sinnvoll ist. Ruht eine Kraftfahrzeugversicherung längerfristig kann es durchaus sein, dass bereits gewährte Schadenfreiheitsrabatte zurückgestuft werden. Jedoch übernehmen die meisten Versicherer die Schadensfreiheitsstufen bis zu einer Versicherungspause von bis zu sieben Jahren. Dann muss wirklich ernsthaft verglichen und hart verhandelt werden. Denn möglicherweise ist man auch mit Fremdfahrzeugen die gesamte Zeit über unfallfrei gefahren und hatte nur kein eigenes Fahrzeug.

Da die Versicherungsbedingungen und Tarifbestimmungen der einzelnen Versicherer oft sehr unterschiedlich ausfallen lohnt es sich in jedem Fall vor Abschluss eines neuen Vertrages das so genannte Kleingedruckte gründlich zu studieren. Dort finden sich auch die Einstufungen in die Schadensfreiheitsklassen. Und Nachfragen hat auch noch nie geschadet! Die aktuelle Schadensfreiheitsklasse findet sich im aktuellen Versicherungsvertrag innerhalb der Beitragsberechnung.